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Samstag, 27. August 2011

Veränderungen



In wenigen Tagen ist der Monat August zu Ende, und ich werde natürlich wieder meinen Monat bei den Stockagenturen Revue passieren lassen. Unabhängig von einer aktuellen Entwicklung meiner Fotos bei den diversen schlechteren oder besseren Stockagenturen muss ich mir natürlich auch Gedanken machen, wie ich in Zukunft mit meinen Fotos umgehen will, was ich fotografieren will und kann und wie ich Fotos vermarkte.
Ich hatte mir für 2011 Ziele gesetzt, die sich auf die Anzahl der Fotos in den diversen Agenturen beschränkten. Diese Ziele habe ich bereits im August weitgehend erreicht und zum Teil deutlich überschritten. Wie geht es weiter, stellt sich mir dann die Frage. Weitere Upload-Ziele formulieren? Umsatzziele benennen? Eher nicht.
Es gibt viele gute Gründe bei Microstockagenturen hochzuladen und viele gute Gründe dagegen. Für mich ganz persönlich spricht nach etwa 3 Jahren Upload-Wettkampfes nicht der niedrige Erlös für ein verkauftes Foto dagegen. Vielmehr empfinde ich seit längerer Zeit die Abhängigkeit von Juroren bei diesen Agenturen als lästig. Das ewige Gezeter über chromatische Aberration, Bildrauschen, Sensorflecken ( auch bei Kameras ohne frei zugänglichem Sensor, manchmal waren es Möwen am Himmel ) schlaucht. Die Inkonsequenz bei der Beurteilung, ob ein Modellrelease oder ein Propertyrelease nötig ist, ob gegen urheberrechtliche Ansprüche von Architekten verstoßen wird, sind ein Quell des Ärgers. Das Wissen der Agenturen um die Panoramafreiheit ist teilweise  nicht zu unterbieten.
Aber auch der Blick auf Motive wird eingeschränkt. Ich kann jeden Sonntagspaziergang nutzen, um Geld auf der Straße aufzulesen, da ich von Jugendstilfassaden, Ampeln und Bahngleisen nur so umzingelt bin. Alle diese Dinge lassen sich schnell in Cent und mit Geduld in einige Euros verwandeln. Ich will aber mehr sehen und anders sehen lernen/wieder lernen/dazulernen. Ständige thematische Wiederholungen kanibilasieren schließlich auch die Erlöse der bereits laufenden Fotos.
Ich habe mich daher entschlossen, mit der Belieferung der Agenturen aufzuhören und mich der Selbstvermarktung zu widmen. Dazu hatte ich ja schon das eine oder andere Mal geschrieben. Ich muss feststellen, dass die mir zur Verfügung stehende Zeit für beide Standbeine nicht ausreicht, und so werde ich mich umorientieren.
Von allen bisher sondierten Möglichkeiten erscheint mir dazu die Softwarelösung imagepro von adpic die zwar teuertste aber auch die sinnvollste. Einen Server bei Strato habe ich schon.
Natürlich werde ich meine alten Fotos in meinem Webshop anbieten, ergänzt um die vielen guten Fotos, die aus den o.g. Gründen abgelehnt werden. Ich werde mein altes Diaarchiv durchforsten, einen Scanservice bemühen. Aber ich will eben auch andere Fotos anbieten, die bei den Agenturen keine Chance der Berücksichtigung haben.
Vielleicht werde ich in einem oder in zwei Jahren sagen, dass sich mein Schwenk nicht gelohnt hat. Zurückkehren kann ich dann immer noch. Meine bei den Agenturen derzeit aktiven Fotos werde ich weiterlaufen lassen, und sie werden mir immer einen gewissen Eurobetrag pro Monat einbringen.
Jetzt warte ich auf die neue Version von imagpro. Gut 1.600 Fotos sind schon vorbereitet.